Studie „Werde Informatiklehrer:in!“
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Die Gründe für einen Einstieg aus einem anderen Berufsfeld in den Schuldienst sind vielfältig: eine berufliche Umorientierung, der Wunsch nach einer sinnstiften den Aufgabe im engen Kontakt mit jungen Menschen, nach einem Neuanfang im Anschluss an eine Familienphase oder nach größerer finanzieller Sicherheit. Insbesondere Frauen mit einem abgeschlossenen Studium im Bereich Informatik oder IT oder langjähriger Berufserfahrung in der Tech-Branche sehen den Bildungssektor häufig als attraktive Karrierealternative. Die möglichen Sonderwege, die nötigen Kompetenzen und Abschlüsse, die damit einhergehenden Voraussetzungen und Ausnahmeregelungen sind jedoch oft nicht bekannt oder schwer auffindbar. Eine bedeutende Herausforderung stellt zudem dar, dass die Bundesländer eigene Festlegungen treffen – dies erschwert eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Möglichkeiten. Vielen potenziell Interessierten ist zudem gar nicht bewusst, dass sie auch ohne einen Lehramtsabschluss Informatik unterrichten können. Gleichzeitig fehlt es an mehr und mehr Schulen in Deutschland an Informatikleh rer:innen: Der Bedarf ist anhaltend hoch, weil aktuell in vielen Bundesländern Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I eingeführt oder ausgebaut wird. Grundsätzlich ist es möglich, mit einem abgeschlossenen Lehramtsstudium und einem daran anschließenden Vorbereitungsdienst in den Schuldienst eintreten. Aufgrund des immensen Mangels an Lehrer:innen heben die meisten Bundesländer jedoch sogenannte Fächer des besonderen Bedarfs hervor. Für diese Fächer, häufig auch für das Fach Informatik, bieten die Bundesländer verschiedene Ausnahmen für Personen mit Abschlüssen ohne Lehramtsbezug an, in den Schuldienst einzusteigen, häufig auch mit der Möglichkeit der Verbeamtung. Diese Zugänge sind vielfältig und von Bundesland zu Bundesland verschieden.
Eine weitere wichtige Zielgruppe sind bereits im Schuldiensttätige Lehrer:innen anderer Fächer, die nach neuen Herausforderungen suchen und daher Informatik als drittes Fach unterrichten möchten. Diese aktualisierte Ausgabe der Studie „Werde Informatiklehrer:in!“ aus dem Jahr 2023 gibt einen bundesweiten Überblick sowohl über den klassischen Weg als auch die verschiedenen Sonderwege ins Informatiklehramt. Mit einer überarbeiteten Struktur entlang der Phasen Lehramtsstudium, Vorbereitungsdienst und Schuldienst soll diese Studie als Orientierungsgrundlage dienen, mit der sich Interessierte informieren und ihren individuellen Weg durch die verschiedenen Voraussetzungen und Verordnungen finden können. Insbesondere Frauen mit Berufen in der IT-Branche sollen so bei einem Einstieg ins Lehramt unterstützt werden. Natürlich sind die dargestellten Informationen für alle Menschen gültig. Frauen sind jedoch als Informatiklehrerinnen von besonderer Bedeutung: Als Rollenvorbilder können sie viel zur Förderung der Gleichstellung von Mädchen und Frauen im Kontext der Informatik sowie in allen Lebensbereichen beitragen. Die im Rahmen der beruflichen Tätigkeit erworbene Berufs- und Praxiserfahrung, z. B. in der Industrie, ist hier von besonderem Wert. Darüber hinaus bietet diese aktualisierte Ausgabe erstmalig einen Überblick über die verschiedenen Sondermaßnahmen für das Informatiklehramt in den Bundesländern – dieser soll Beteiligten und Entscheider:innen in den Bereichen Lehrer:innenbildung und Bildungspolitik einerseits eine Orientierungsgrundlage über die Vielfalt an Maßnahmen und deren Umsetzung in den Bundesländern geben. Andererseits sollen Potenziale und Lücken identifiziert werden, die den Diskurs im Kontext Lehrer:innenmangel im Fach Informatik und darüber hinaus voranbringen.


